Aqua quo vadis_copyright ReiS

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14. Juli – 15. August 2018
Ausstellung
Im BIODIVERSUM Haff Réimech in Remerschen

In Zusammenhang und während der Ausstellung Wasser ist Zukunft, im Rahmen des internationalen Jahr der Kooperation des Wassers 2013 durch die UNESCO und im Rahmen des Science Festival 2013 zeigte die Revue Technique Luxemburgeoise Fotografien von Sonja Reichert aus verschiedenen Ländern zum Thema „Umgang rund ums Wasser“.

In vielen Weltregionen zeichnet sich eine ernste Wasserkrise ab. Um diese Krise zu lösen, braucht es in allen Staaten mehr Zusammenarbeit zwischen den oft getrennten Politikfeldern Wasser, Energie und Landwirtschaft. Zugleich müssen die Staaten international enger zusammenarbeiten.

Unter knappen Wasserressourcen leiden bereits heute der Nahe Osten, Nordafrika, Zentralasien, Teile Chinas und Indiens und der Südwesten der USA. Die Ursachen sind vielfältig: Falsche politische Prioritäten, mangelnde Durchsetzung bestehender Gesetze, keine Vereinbarungen mit Anrainern, defekte Leitungen und fehlendes technisches Wissen. UN-Studien zufolge wird der globale Wasserverbrauch weiter ansteigen, auch weil bis 2050 die Weltbevölkerung von heute sieben auf neun Milliarden Menschen wächst. Derzeit haben rund 780 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser, mehr als 2,5 Milliarden Menschen haben nicht einmal einfache sanitäre Anlagen. Neben dem Bevölkerungswachstum und den veränderten Konsummustern tragen auch eine ineffiziente Landwirtschaft, die Klimaerwärmung und Energieversorgung zur Wasserknappheit bei.

„Wasser gibt es weltweit genug. Es ist jedoch ungleich verteilt. Oft wird Wasser auch gedankenlos verschwendet, weil es vielerorts nur wenig kostet. Internationale Zusammenarbeit ist für eine faire Wassernutzung und die Verhinderung von Konflikten der beste Weg“, sagt Dr. Roland Bernecker, Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission. Um die Zusammenarbeit weltweit zu fördern, haben die Vereinten Nationen 2013 zum „Jahr der Wasserkooperation“ erklärt, das die UNESCO als federführende Organisation koordiniert. Wasserkonflikte können jederzeit eskalieren Weltweit gibt es 276 grenzüberschreitende Flüsse, in deren Einzugsgebiet mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt. Für die Hälfte dieser Flüsse gibt es bislang keine internationalen Vereinbarungen zur Bewirtschaftung. Wichtige Flüsse wie der Colorado in den USA, der Gelbe Fluss in China oder der Rio Grande in Mexiko erreichen das Meer oft nur noch als Rinnsal, weil ihnen immer wieder zu viel Wasser entnommen wird. Auch die 273 grenzüberschreitenden Grundwasserspeicher werden meist ohne Absprachen mit den Anrainern genutzt.

Dass es künftig Kriege um Wasser geben wird, ist nicht ausgeschlossen, aber aufgrund historischer Analysen eher unwahrscheinlich. Der letzte „echte“ Wasserkrieg liegt rund 4.500 Jahre zurück. Damals kämpften die Stadtstaaten Lagasch und Umma im heutigen Irak um Wasser. Seit 1953 ist es in 44 Fällen zu Streit um Wasser gekommen, meist in der wasserarmen Region Nahost. Zwar können schwelende Konflikte um Wasser jederzeit eskalieren, gewaltsame Auseinandersetzungen sind Wissenschaftlern zufolge aber weder strategisch noch wirtschaftlich sinnvoll.

Bisherige Ausstellungsorte:
Forum da Vinci asbl, 6 bv. G-D Charlotte, L-1330 Luxembourg, T: 451354
Service des Eaux de la Ville de Luxembourg,
338 rue de Rollingergrund, L-2442 Luxembourg, T: 4796-3745
Syndicat des Eaux du Sud Koerich
, Fockemillen, L-8386 KOERICH
Commune de Grevenmacher,
6 pl. du Marché, L-6755 Grevenmacher

Aqua, quo vadis?
Der menschliche Organismus besteht im Durchschnitt zu 70 Prozent aus Wasser. Pflanzen brauchen, um wachsen zu können, eine bestimmte Menge Wasser. In unseren Breitengraden gibt es zum Glück genügend Wasser, um sowohl die Menschen als auch die Natur mit Wasser zu versorgen. Die Zahl der Regenfälle und der Niederschlagsmengen sind hinreichend, damit die Natur nicht dürsten muss. Dennoch gibt es auch in unseren Breitengraden in der Regel im Hochsommer Phasen, wo die Ernte zu vertrocknen droht, wo Wälder brennen und das Gras verdorrt. Agrarbetriebe beginnen dann, die Erde und die Felder mit den Früchten künstlich zu bewässern.

Dauerhafte Trockenheit
Diese Trockenheit ist jedoch bei weitem nicht vergleichbar mit den Trockenzeiten in der Sahelzone zum Beispiel und in anderen Gegenden der Welt, wo Menschen kilometerweit laufen müssen, um nur für den Bedarf der Familie an Trinkwasser genug zu haben. An eine Bewässerung der Erde ist gar nicht zu denken. Das Schicksal ist allerdings nicht unumkehrbar. In Urzeiten, als die ganze Erde mit üppiger Vegetation bedeckt war, als die Bäume einen dichten Urwald bildeten und es kaum Flächen auf der Erde gab, die nicht mit Pflanzen und Bäumen bedeckt gewesen wäre, gab es keinen Wassermangel. Die Ursachen der Trockenheit der Erde und vieler Gebiete auf der Erde ist vom Menschen gemacht und hat mit Raubbau und Nichtachtung der Natur und ihrer Gesetze zu tun.

Gold Wasser
Der Krieg der Zukunft geht ums Wasser

Die Zahl der Menschen steigt rapide an. Gleichzeitig breiten sich wegen des Klimawandels Wüsten weiter aus, Gletscher schmelzen. Darum erwarten Experten Kriege um ein bald knappes Gut: Süßwasser.
12 Ursachen werden für die Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts im Meer verantwortlich gemacht:
_Erdöl, _Düngemittel, _Abwasser, _Abfälle, _Schwermetalle, _Dünnsäure, _Chlorierte Kohlenwasserstoffe, _Radioaktive Stoffe, _Temperaturerhöhung,_Massentourismus, _Jagd, _Militär.
Die gesamte Gesellschaft und jeder einzelne ist für die Verschmutzung des Meeres verantwortlich.

Die Zukunft des Meeres und des Menschen
Das Zusammenwirken dieser Faktoren muss im Laufe der Zeit zu einem Gau im Meer führen. Es wäre ein Irrtum, zu glauben, dass die immensen Wassermengen der Ozeane eine beliebige Menge an Schadstoffen verkraften und abbauen könnten. Eine Vernichtung des pflanzlichen Planktons in den Weltmeeren würde beispielsweise die Zerstörung des wichtigsten Sauerstoffproduzenten für die Atmosphäre und für den Menschen bedeuten.
Jeder einzelne kann durch eine sparsame und verantwortungsbewusste Lebensweise zur Verhinderung dieser Katastrophe beitragen. Tragisch ist, dass sich alle Giftstoffe, die vom Menschen an die Umwelt abgegeben werden, gerade im Meer sammeln, wo doch aus dem Meer alles Lebendige entstanden ist!

Lebensbaustein Wasser
Es ist der Baustein guter Gesundheit, der Baustein des Lebens…
Als vor mehreren Milliarden Jahren im Salzwasser der Urozeane die ersten einfachen, lebensfähigen Organismen entstanden, war noch nicht absehbar, dass die Evolution irgendwann einmal uns Menschen als so genannte Krone der Schöpfung hervorbringen würde. Wasser ist der Grundbaustein des Lebens, denn 70 Prozent der Erdoberfläche sind mit dem Wasser der Ozeane bedeckt. Das sind über 360 Millionen Quadratkilometer, die für den lebenswichtigen Wasserkreislauf zwischen Atmosphäre und Erdoberfläche und somit für unser Klima verantwortlich sind.
Jeder Mensch ist außerdem ein kleiner Ozean, besteht er doch, abhängig von Alter und Geschlecht, zu 50 – 90 Prozent aus Wasser. Mit der Regulierung von Körpertemperatur und Blutfluss sowie als Lösungsmittel für Nährstoffe und Abbauprodukte erfüllt es lebenswichtige Funktionen. Trotz des hohen Wasser-gehalts im Körper verfügt der Mensch jedoch kaum über Reserven. Ohne Wasser überlebt er gerade einmal vier Tage.
„Das Prinzip aller Dinge ist Wasser… und ins Wasser kehrt alles zurück“ wusste Thales von Milet bereits im sechsten Jahrhundert vor Christus. Doch selbst dieser anscheinend so perfekt konstruierte Homo Sapiens hat es bis heute nicht geschafft, sich vom Medium Wasser zu lösen. Je nach Lebensalter besteht auch der moderne Mensch zu 45 bis 75 Prozent aus H2O.

Spiele im/am Wasser: egal ob am Meer, im Pool oder Hallenbad – Spiele am oder im Wasser begeistern die Kids immer wieder. Gerade im Sommer bei schönem Wetter sind Wasserspiele ein fester Programmpunkt.
Weitspringen Deluxe

Dauer: 10-15 Minuten
Alter: egal
Gruppengröße: egal
Vorbereitung: keine
Material: keines, ggf. Maßband
Spielbeschreibung
Eine kleine Home Wasserolympiade wird veranstaltet. Weitspringen: Der Kandidat muss vom Rand aus in das Wasser springen. So weit wie möglich. Der Teamleiter schreibt auf, wie weit er ungefähr gesprungen ist. Dann kommt der Nächste dran. Das Kind, das am weitesten springen konnte, hat in dem Fall gewonnen. Weittauchen: wem das zu langweilig ist, kann aus dem Weitspringen, ein Weittauchen machen. Wieder springt ein Kind ins Wasser und muss dabei unter Wasser bleiben. Das ist gar nicht so einfach, weil man schnell wieder auftaucht. Der Teamleiter stoppt in dem Fall die Zeit und notiert diese.
Wertung; Das Kind, das am längsten unten bleibt, hat bei dieser Variante gewonnen. Noch schwieriger wird die Sache, wenn die Kinder irgendetwas auftauchen müssen. Wer am schnellsten springt, taucht und den Gegenstand findet, hat am Ende gewonnen. Eine Schwimmbrille ist in dem Fall sicherlich hilfreich.

Kunstspringen
Dauer: 5 bis 10 Minuten
Alter: ab 12 Jahre
Gruppengröße: ab 6-8 Mitspieler ideal
Vorbereitung: keine
Material: nichts
Spielbeschreibung
Den großen Vorbildern aus den Olympischen Spielen können die Teilnehmer dieses lustigen Wasserspiels nacheifern. Wer sich im Kunstspringen versuchen möchte, sollte allerdings im Schwimmen so sicher sein, dass er ein paar Züge schwimmen kann, die ihn sicher wieder ans Ufer bringen. Kunstspringen lässt sich üben, wenn irgendwo eine Gelegenheit zum Springen vorhanden ist, sei es der Beckenrand, ein Sprungblock oder ein Sprungbrett. Die Teilnehmer können sich dabei lustige Varianten einfallen lassen. Beispielsweise: Wer kann am höchsten springen? Wer kann am weitesten Springen? Wer schafft es, dass beim Hineinspringen ins Becken das Wasser am höchsten spritzt oder wer macht während des Sprunges die witzigsten Figuren? Allerdings sollte ein Erwachsener in der Nähe sein, der auf die kleinen Kunstspringer aufpasst, damit sicher nichts passieren kann.
Wertung; In erster Linie geht es um den Spaß an der Sache, auch weil sich Weiten und Höhen nicht genau messen lassen.

Rettungsschwimmer Brücke
Dauer: 10 Minuten
Alter: egal
Gruppengröße: mind. 10
Vorbereitung: keine
Material: keines
Spielbeschreibung
Dieses Spiel macht besonders dann Spaß, wenn sehr viele mitspielen. Alle Kinder fassen sich an den Händen und ein Teilnehmer legt sich auf die Hände drauf. Die anderen Mitspieler müssen nun versuchen, das Kind so schnell wie möglich weiter zu transportieren. Am Ende wird dieses direkt ins Wasser geschmissen. Möchte man einen Wettbewerb daraus machen, benötigt man zwei Gruppen. Jetzt geht es um die Wurst. Welches Team schafft es am schnellsten, seinen Kandidaten zu transportieren. Auch ein Staffellauf ist möglich. Es werden immer zwei gleichzeitig weitergereicht. Sobald die anderen am Ende ankommen, müssen die Nächsten zwei starten und so weiter. Bis die Mannschaft durch transportiert wurde. Bei einer ganz langen Schlange können die letzten bereits starten, wenn die anderen zwei bei der Mitte vorbei sind. Hauptsache die Schlange bleibt immer in Betrieb und die Rettungsschwimmer haben genug zu tun.
Wertung; das schnellste Transportband gewinnt.
Viele weitere Anregungen auf: www.gruppenspiele-hits.de/wasserspiele.html

Ausstoss
Durch maßlose Übernutzung gefährden wir weltweit die natürliche Versorgung mit unserem wichtigsten Gut – dem Wasser. Mit seiner zunehmenden Verknappung scheinen Konflikte ums Wasser – vielleicht Kriege – für dieses Jahrhundert vorprogrammiert. Doch welche Rolle spielt Energie in der sich abzeichnenden Wasserkrise? Und könnten erneuerbare Energien dazu beitragen, die Krise zu entschärfen?

Entwicklungsziele der UN
Weltweit werden derzeit große Anstrengungen unternommen, die globale Wasserkrise, wenn auch nicht mehr zu verhindern, so doch wenigstens abzuschwächen. So soll im Rahmen der Millennium-Entwicklungsziele der UN die Anzahl der Menschen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser bis zum Jahr 2015 halbiert werden. Doch der Wasserverbrauch der Großkraftwerke wird von den nationalen wie internationalen Programmen bisher schlichtweg ausgeklammert. Jede ernsthafte Strategie gegen die globale Wasserkrise müsste verhindern, dass das fossil-nukleare Energiesystem die weltweite Wasserknappheit noch weiter verschärft und sollte stattdessen die Chance ergreifen, mit Hilfe erneuerbarer Energien auch in den entlegensten und ärmsten Gebiete eine nachhaltige Wasserversorgung aufzubauen.

Die verlorene Tasse beim Teewasser-Kochen
Kocht man Teewasser mit einem Wasserkocher, dann stellt sich dieser automatisch ab, sobald das Wasser zu kochen beginnt: Schließlich soll er das Wasser erwärmen, aber es nicht verdunsten. Doch es lohnt sich, hier einmal genauer hinzuschauen: Verdunstet wirklich kein Wasser? Nehmen wir an, wir erwärmen einen Liter Wasser von 20 auf 100 Grad Celsius. Dafür benötigt der Wasserkocher ungefähr 0,1 Kilowattstunden Strom. Die Erzeugung einer Kilowattstunde (kWh) Strom in einem Kohle- oder Atomkraftwerk verbraucht zwei bis drei Liter Wasser. Für die Produktion von 0,1 Kilowattstunden werden also 0,2 bis 0,3 Liter Wasser vom Kraftwerk verdunstet. Das bedeutet: Wenn sich der Wasserkocher automatisch abstellt und wir beim Aufgießen unseres Tees denken, es sei kein Wasser verschwunden, hat das Kraftwerk schon eine ganze Tasse Wasser verdunstet – nur für die Erzeugung des Stroms!

 Temperaturerhöhung
Die Kraftwerke (Kohle- und Kernkraftwerke) und die Stahlindustrie (Hochofen) benötigen große Mengen an Kühlwasser. Das erwärmte Wasser wird direkt als Abwasser in die Flüsse und Meere geleitet. Das thermische Gleichgewicht im Meer reagiert sehr empfindlich, schon eine Erhöhung der Wassertemperatur um 1 Grad Celsius kann eine Tier- oder Pflanzenart auslöschen. Die Temperaturerhöhung der Nordsee durch Abwärme ist zwar sehr gering, kann aber in Mündungsgebieten über 1 Grad Celsius betragen.

Am Wasser wird das Bauen teurer. Von Jürgen Hoffmann
Noble Wohnadressen an Häfen sind begehrt, doch beim Bau fallen zusätzliche Kosten von bis zu 500 Euro je Quadratmeter an. In Hamburg, Düsseldorf und Köln entstehen an Flüssen neue Stadtquartiere. Gründung und Schutzwände erfordern einen hohen Mehraufwand.
Mitte des 15. Jahrhunderts wurde der Palazzo Ducale in Venedig gebaut. Bis heute steht der prächtige Dogenpalast an der Lagune sicher und stabil. Dass die neuen Wohnhäuser in der Hamburger Hafencity und die Bürogebäude im Düsseldorfer oder Kölner Hafen auch ein halbes Jahrtausend überdauern werden, darf bezweifelt werden. Wahrscheinlich werden es ästhetische Gründe sein, die spätere Generationen veranlassen, die Bauten aus Klinker und Glas abzureißen, Probleme mit dem Wasser wohl kaum, denn die bautechnischen Schutzmaßnahmen gelten als ausreichend. Wer über ähnliche Projekte nachdenkt, muss wissen: Bauen am Wasser stellt besondere Herausforderungen an Stadtplaner, Architekten und Bauunternehmen.
Metropolen wachsen immer näher an Häfen, Flüsse und Meere heran. Weltweit haben Stadtentwickler, sei es in Duisburg oder Oslo, in Helsinki oder Liverpool, an ihren Wasserkanten Büros und Wohnungen bauen lassen. Und es wird weiter geplant – auch spektakuläre Projekte wie die „Living Bridge“ von Architekt Hadi Teherani, eine bewohnbare Brücke. Das Ziel ist immer gleich: durch ausgefallene Architektur am Wasser Identität herzustellen, einen attraktiven Büro- und Wohnstandort zu schaffen. Nach Ansicht des Planungsexperten Hans Thor Andersen von der Kopenhagener Universität sollen Quartiere am Wasser „Boom symbolisieren und ein positives Lebensgefühl erzeugen“.

Doch wer nah am Wasser baut, muss aufpassen, nicht ins Schwimmen zu geraten. Ingo Hadrych vom Hamburger Immobilienunternehmen H.C. Hagemann war am Bau von etwa fünf Dutzend Bürohäusern in Wassernähe beteiligt. „Das größte Problem ist fast immer der weiche Baugrund“, sagt er. „Wenn wir Schlammland vorfinden, ist die Pfahlgründung in der Regel die einzige Lösung.“ Bei dieser Bauausführung werden die Lasten des Gebäudes in tiefere Bodenschichten getragen. Das Bohren und Rammen der Pylonen kostet jedoch Zeit und Geld.
Mehr als zehn Jahre dauerte die Realisierung der „Weser-Terrassen“ in Bremerhaven. Während der Bauphase der 37 Einheiten traten „alle nur denkbaren Probleme in der Politik, Verwaltung und beim Bau“ auf, wie Projektentwickler Heiner Kropp von der Imetas Property Services berichtet. Nach ihrer Fertigstellung wurde die Wohnanlage zu einer der ersten Wohnadressen der Region. „Bauen am Wasser ist eine komplexe Aufgabe, die Zeit braucht“, sagt Kropp. Dies nicht zuletzt wegen der vielen baurechtlichen Anforderungen: Beim Projekt „Förde-Terrassen“ in Kiel, das 2012 fertiggestellt werden soll, hat es seine Firma mit nicht weniger als 22 Behörden auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene zu tun.
Ingo Hadrych spricht von etwa 20 Prozent Mehrkosten, die beim Bauen direkt am Wasser anfallen. Prüfingenieur Rainer Grzeschkowitz geht von „etwa 300 bis 500 Euro pro Quadratmeter Grundfläche“ aus: „So eine Summe macht natürlich bei einem Einfamilienhaus einen höheren Anteil an den Gesamtkosten aus als bei einem Hochhaus.“ Neben der Pfahlgründung schlüge die in Nähe von Flüssen und Seen fast immer notwendige „weiße Wanne“ zu Buche, die das Gebäude dauerhaft vor dem Grundwasser schützt. Und auch die Tatsache, dass Gebäude, die an Kais oder Ufern errichtet werden, von Baggern oder Lieferfahrzeugen von der Wasserseite aus nicht angefahren werden können, „erhöht die Baukosten etwa durch zusätzlich benötigte Gerüste und Kräne oft erheblich“, wie Grzeschkowitz sagt.

Damit nicht genug. Gebäude in der Nähe eines Flusses oder Sees sind von einem besonderen Phänomen bedroht: unerwünschter Auftrieb. Das Gemäuer wird durch von unten drückendes Grundwasser angehoben. Risse entstehen, im schlimmsten Fall stürzen Wände ein. Mit diesem Problem hat H.C. Hagemann gerade bei der Sanierung des Alten Elbtunnels im Hamburger Hafen zu kämpfen. Den trennen nur noch ein bis zwei Meter Sand zum über ihm fließenden Strom. Ingo Hadrych: „Deswegen muss der Tunnel schwer genug bleiben, dass er keinen Auftrieb bekommt.“ Marc Holzhausen, Geschäftsführer der Becken Baumanagement GmbH (BBM), nennt einige Maßnahmen, die beim Bauen in Wassernähe durchgeführt werden: „Wir nehmen vor dem Ausheben der Baugrube eine Grundwasserabsenkung vor und kontrollieren während der Bauphase permanent den Grundwasserspiegel.“ Dringt trotzdem Wasser ein, muss die Pumpenleistung erhöht werden. BBM ist Projektsteuerer für ein nur 30 Meter vom Ufer der Hamburger Außenalster entfernten Büroneubau. Mit wasserundurchlässigem Beton wird hier für dauerhafte Dichtigkeit gesorgt. Holzhausen: „Noch schwieriger ist der Bau dort, wo es eine Tide gibt. An der Elbe nutzen wir die Polderbauweise. Dabei ist das Untergeschoss Bestandteil eines künstlich angelegten, wasserdichten Deiches, der mit Flutschutztoren verschlossen wird. Läuft dieses Geschoss doch einmal voll, entsteht kein Schaden.“ Steht das Gebäude und ist es bezogen, gilt es sicherzustellen, dass Hochwasser draußen nicht auch zu feuchten Füßen im Haus führt. An Binnengewässern und Hafengebieten, die durch Schleusen oder Wehre gesichert sind und dadurch einen relativ gleichmäßigen Wasserstand aufweisen, reicht es in der Regel, wenn das Haus über dem Wasserspiegel liegt. Bei Bauten am Meer oder an Flüssen, die Ebbe und Flut kennen, muss aufwendiger geschützt werden. So zieren Stahltore viele Gebäude entlang der Elbe und im Hamburger Hafen. Mit ihnen lässt sich bei Hochwasser Dichtigkeit herstellen. Kein Aprilscherz, sondern eine Vorschrift: Tief liegende Fenster müssen so geschützt werden, dass sie nicht nur Hochwasser trotzen, sondern auch – Stahlcontainern. Marc Holzhausen und sein Team ließen dafür sogenannte Schwimmbalken konstruieren. Das ist ein Hohlkörper aus Metall – früher war der Schwimmbalken aus Holz -, der unter dem Fenster liegt und durch das steigende Hochwasser angehoben wird und quer vor der Scheibe schwimmt. Der Becken-Manager: „Die Fenster sind aus Panzerglas und halten dem Wasser stand, und der Dammbalken verhindert, das auf dem Wasser schwimmende Gegenstände wie möglicherweise von Bord eines Schiffes gefallene Container Schäden anrichten.“ Die Kosten für einen solchen Fensterschutz: mehrere Zehntausend Euro. © Axel Springer AG 2013

Warum Fischer jetzt auch Meeresmüll einsammeln
Ein gemeinsames europäisches Projekt von Fischern und Naturschützern soll die Nord- und Ostsee von Plastikmüll und anderen Abfällen befreien. Die Idee stammt aus den Niederlanden.

Acht Männer streifen sich Arbeitshandschuhe über und greifen in einen speziellen Müllhaufen auf dem Gelände der Kunststoffsortieranlage Systec Plastics in Hörstel bei Osnabrück. Sie sortieren in dieser Woche die Hinterlassenschaften, die Fischer der Nord- und Ostsee mit ihren Netzen versehentlich aus dem Meer gezogen haben. Die Fischer haben sich dem europäischen Projekt „Fishing for Litter“ angeschlossen, das in Deutschland vom Naturschutzbund (Nabu) koordiniert wird. Es soll einen Beitrag leisten, um vor allem Plastikabfälle in den Meeren zu bekämpfen.
Mehr als 70 Fischer aus acht deutschen Häfen werfen den missliebigen „Beifang“ nicht wieder über Bord, sondern nehmen ihn, in großen Beuteln verstaut, mit an Land, um ihn in extra aufgestellten Containern zu beseitigen. Den Anfang machten 2011 die Fischer von Heiligenhafen, Burgstaaken (Fehmarn) und Sassnitz. 2012 kam mit Norddeich der erste Nordsee-Hafen dazu. Und seit Februar dieses Jahres ist die gesamte ostfriesische Küste mit im Boot – durch eine Kooperation des Nabu mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, der Nationalparkverwaltung und dem Staatlichen Fischereiamt Bremerhaven.
„Bei unserer ersten Sortierung im Februar 2012 hatten wir 500 Kilo Müll aus der Ostsee, bei der zweiten zu Beginn dieses Jahres 380 Kilo. Jetzt waren es 1,8 Tonnen Abfälle aus der Nordsee und weitere 330 Kilogramm Ostseemüll“, sagt Projektleiter Dr. Kim Detloff vom Nabu in Berlin. Während die erste Sortierung vor eineinhalb Jahren gewichtsmäßig von drei schweren Ölfässern dominiert war (eines wog halb gefüllt allein 70Kilogramm), sei der frische Müll deutlich heterogener gewesen, berichtet Detloff.

Folienreste, Flaschendeckel, Zigarettenschachteln
In der Ostsee haben die Fischer meist Grundschleppnetze verwendet und deshalb Müll aufgelesen, der zu Boden gesunken war. „In der Nordsee sind auch Krabbenkutter beteiligt, die mit engmaschigeren Netzen auch Abfälle aus dem Wasserkörper einfangen. Dadurch hatten wir unter anderem Folienreste, Flaschendeckel oder Papier aus Zigarettenschachteln“, sagt Kim Detloff. Während der Plastikanteil der ersten Sortierung bei rund 30 Prozent lag, seien es dieses Mal deutlich mehr als 50 Prozent, schätzt der Projektleiter – die genaue Gewichtsanalyse soll Ende kommender Woche vorliegen.
Fishing for Litter ist keine Erfindung des Nabu. Die Idee stammt aus den Niederlanden und ist ein Projekt von KIMO International (Kommunenes Internasjonale Miljøorganisasjon, Internationale Umweltorganisation der Kommunen). Es startete in den Niederlanden/Belgien und auf den schottischen Shetlandinseln. Inzwischen wird auch im Südwesten Englands, in Schweden, Irland, Dänemark und Norwegen Müll aufgefischt. Anders als in Deutschland arbeiten bei KIMO einzelne Kommunen mit Fischereiverbänden zusammen. Insgesamt beteiligen sich mehrere Hundert Fischerboote in mehr als 40 Häfen im Nord- und Ostseeraum.

80 Prozent des Meeresmülls kommt von Land
In Deutschland liegt die Leitung mit dem Nabu bei einer Umweltorganisation. Eine weitere Spezialität ist die genaue Mülluntersuchung durch die Kooperation mit der DSD GmbH (Duales System Deutschland). „Wir wollen über diesen Weg mehr über die Herkunft des Mülls erfahren“, sagt Detloff, „auch, um Ansatzpunkte für vorbeugende Maßnahmen zu bekommen.“ Die Umweltkonvention OSPAR zum Schutz des Nordostatlantiks hat für den entlang der Spülsäume am Strand aufgelesenen Unrat 116 Abfallkategorien geschaffen. Diese sollen bei der Herkunftsbestimmung helfen. Detloff: „Wir haben viele Folien, Eimer, aufgedrehtes Tauwerk und Netzreste gefunden. Das alles deutet auf die Schifffahrt als Quelle hin. Besonders ärgerlich war die Vielzahl von Farbeimern, meist mit Korrosionsschutzfarbe. Manchmal klebte noch der Farbroller in den Resten – offensichtlich kommt es immer noch vor, dass nach Ausbesserungsarbeiten die Eimer achtlos von Bord gestoßen werden.“ Die Welt, von Angelika Hillmer

Lebensraum Wasser
Das Leben der Menschen und aller Lebewesen der Erde kam ursprünglich aus dem Meer. Noch heute ist das Meer eine der bedeutendsten Lebensräume für die Versorgung des Menschen mit Nahrung und Energie. Viele Millionen Menschen beziehen ihr Trinkwasser und andere Nahrungsmittel wie den Fisch aus dem Meer.
Außerdem ist die Meeresküste ein wichtiger Erholungsort für den Menschen. Das Meer entscheidet über das Weltklima. Ebbe und Flut, das Kommen und Gehen des Meeres symbolisierte schon in den alten Kulturen das Entstehen und Vergehen des Lebendigen. Doch der heutige Mensch hat es in kurzer Zeit geschafft, das Meer zu verschmutzen und den Lebensraum vieler Meerestiere zu zerstören.

Die Natur lässt nicht mit sich spaßen
Weltweit ist der Wasserverbrauch in den vergangenen 50 Jahren etwa doppelt so schnell gestiegen wie die Weltbevölkerung. Schuld daran ist der massive Ausbau der Bewässerungslandwirtschaft.
In den industriellen Anbau von Tomaten, Erdbeeren oder Orangen fließen weltweit etwa 70 Prozent, in manchen Entwicklungsländern sogar bis zu 90 Prozent des Wasserverbrauchs. Spanien, das Europa das ganze Jahr über mit Obst und Gemüse versorgt, verschwendet Wasser wie sonst niemand in Europa. Auf den künstlich bewässerten Feldern versickert und verdampft der Großteil des Wassers ungenutzt.

16.000 Liter Wasser für ein Kilo Rindfleisch
„Dramatisch nennt Martin Geiger, Süßwasser-Experte vom WWF, die Situation auf der iberischen Halbinsel. „Hausgemacht seien die Probleme in Spanien, sagt Michaela Schmitz vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Investitionen zum Schutz des Wassers fehlten, die Bewässerung werde in Spanien nicht nachhaltig betrieben. Schuld daran trage aber nicht nur die Regierung in Madrid, die bis heute den Wasserpreis subventioniere, sondern auch die EU in Brüssel. Sie fördere sogar noch den Anbau wasserintensiver Pflanzen. „Gäbe es nicht diese EU-Förderpolitik, sagt Michaela Schmitz, „hätte Spanien in vielen Bereichen nicht dieses Wasserproblem.
Besonders hoch ist der Wassereinsatz in der Fleischproduktion, denn ein Rind säuft nicht nur viel, sondern frisst auch viel Gras, das zum Wachsen Wasser braucht. Auf bis zu 16.000 Liter Wasser schätzen Experten den gesamten Wasserbedarf, um ein einziges Kilo Rindfleisch zu produzieren. So erklärt sich auch, dass bei steigendem Lebensstandard in Schwellenländern wie China der Wasserverbrauch massiv ansteigt. Deckt der Mensch nur 20 Prozent seiner Nahrung mit Fleisch, verdoppelt sich der Wasserverbrauch für die Lebensmittelproduktion.
Wasser rinnt in Deutschland einfach aus dem Wasserhahn – in Trinkwasserqualität. Aus Sicht vieler Menschen ein unermesslicher Luxus. Denn bereits heute leidet jeder dritte Mensch auf der Welt unter Wasserknappheit. An den Folgen verschmutzten Wassers sterben täglich allein 5.000 Kinder. Das ist etwa so, als müsste die Welt jeden Tag den Absturz von 12 Jumbo-Jets beklagen.
Den Wert des Wassers erkennen, fordern unisono alle Wasserexperten weltweit. Nach wie vor kostet Wasser in den meisten Ländern der Welt so gut wie nichts, weil es der Staat subventioniert. Gerade in Schwellenländer wolle man erst zum Industrieland werden und die Umwelt „sozusagen im Nachgang erledigen, sagt Michaela Schmitz vom BDEW. Die Rechnung gehe nicht auf, denn „die Natur lässt nicht mit sich spaßen. Als Konsequenz der weltweiten Wasserkrise befürchtet Michaela Schmitz eine drastische Zunahme der Kindersterblichkeit in der Dritten Welt.